Veranstaltungen

Neu ab 29.08.2019: ZWEITE LIEBE, Salon für abgelehnte Manuskripte,

im Literaturhaus Hamburg, mit freundlicher Unterstützung der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg.

Trotz zaghaft positiver Signale von der Leipziger Buchmesse, musste man als Literatur liebender Mensch in letzter Zeit arg schlucken. Alle naslang Horrormeldungen aus einer Branche in Agonie. Der Buchmarkt schrumpft. Grossisten melden Insolvenz an. Die Konkurrenz durch soziale Medien und Streaming-Dienste scheint übermächtig. Bestseller-Agorithmen durchsieben die Buchproduktion. Auch etablierte Autoren bleiben auf ihren nicht ganz marktkonformen Werken sitzen. Im Keller des Literaturbetriebs häufen sich die literarischen Leichen.

Uns interessiert: Ist ein abgelehntes Manuskript zwangsläufig ein schlechtes? Und was führt dazu, dass manche Texte Schattenbücher bleiben und nie das Licht der Leselampe erblicken?

Wir wollen die schönen Leichen beleben, einige sind noch ganz warm. Wir bergen die Schätze aus den Schubladen.

 Alexander Posch und ich begrüßen als Conférenciers  am 29. August 2019 als Gäste Katrin Seddig (zuletzt „Das Dorf“, Rowohlt Berlin) und Anselm Neft (zuletzt „Die bessere Geschichte“, Rowohlt), die aus ihren liegengebliebenen Manuskripten lesen. Von Birgit Schmitz, Programmleiterin des Verlags Hoffmann und Campe, wollen wir erfahren, warum diese Texte zwar Preise gewannen (Katrin Seddig: Hamburger Förderpreis für Literatur 2015), aber niemals Bücher wurden.

Außerdem dabei: Die schönsten Verlagsanschreiben, die verzweifeltsten Selbstanpreisungen, die euphemistischsten Absagen, die hoffnungslosesten Romananfänge, die unerwartetsten Erfolge und die unnötigsten Produkte auf dem Buchmarkt.

Seit 2001: Schischischo

Mit Sven Amtsberg und Alexander Posch. Schischischo ist und war intellektueller Show-Wahnsinn zwischen den Polen Weimar und Las Vegas. Kurzgeschichten, Talkgäste, Fernsehspiele ohne Kamera, Lebensmittelferkeleien. Hellmuth Karasek lief aus dem Literaturhaus weg. Legendär die Zuhause-bleiben-Tour 2002 mit sieben Auftritten in acht Tagen an sieben Plätzen innerhalb Hamburgs. Auch Après Schi, die Vorweihnachts-Show, im Neuen Cinema 2003 war schön. Zwischenzeitlich im Literaturhaus, im Uebel&Gefährlich sowie im Nachtasyl des Thalia Theaters. Im Sommer auch gerne mal auf Booten, z.B. monatlich auf der Barkasse Hedi, oder auch mit dem Hausboot in Dresden, Bremen, Berlin, Offenbach und Würzburg. Und am schönsten war es, wenn Nils dabei war, der Mann mit der Gitarre, unser Freund, der große Poet und Sänger, der uns nach Offenbach und nach Bremen begleitet hat, auf diverse Boote, in die Hotellobby, spätnachts vorm Kamin Nüsschen essend und Whiskey trinkend, oder der sein Fahrrad einfach durch unsere Straße geschoben hat: Nils Koppruch. Hallo Nils.

Als Chirurgen: Sven Amtsberg, Michael Weins

Als biertrinkende Chirurgen: Sven Amtsberg, Michael Weins, Alexander Posch

Small Talk mit Gast Mike (im Hintergrund, schwarz) im Wohnzimmer (Apres Schi)

 

2000 – 2010: Macht Club

Gründung von Macht e.V. und Machtclub. Macht war ein Zusammenschluss von Autoren, Verlegern und Veranstaltern in Hamburg.

Mit den beiden monatlichen Veranstaltungsreihen, dem „Machtclub“ (früher im Mojo Club (2000 – 2003), im Malersaal des Deutschen Schauspielhaus ((2003 – 2008) und von 2009 – 2010 im Uebel & Gefährlich), und „Macht liest“ im Pudel Salon, brachte Macht seine Fähigkeiten auf den Punkt. Macht löste sich zum Jahreswechsel 2010/11 auf. Machtmacher waren: Sven Amtsberg / Dierk Hagedorn / Benjamijn Maack / Friederike Moldenhauer / Alexander Posch / Hartmut Pospiech / Gordon Roesnik / Tina Uebel / Michael Weins / Jan Schmietendorf

Auf großer Fahrt: Die Jungs vom Macht Club

Alexander Posch, Joachim Bitter, Sven Amtsberg, Michael Weins, Tina Uebel

 

1997 – 1999: Liv-Ullmann-Show

Gründung der „Liv Ullmann Show“ (mit Alexander Posch) als „Hybrid aus Literatur und anarchischem Showbiz“. Konzept: Eine Gruppe aus sieben Autorinnen und Autoren und Bildenden Künstlern tritt monatlich zu einem wechselnden literarischen Thema wie „Schuhe“, „Haare“ oder „Raumfahrt“ auf die dreieckige Bühne des chronisch überfüllten Reeperbahn-Clubs „Molotow“. Einer ist jeweils Liv Ullmann. Liv Ullmann bestimmt das Thema und lädt die Gäste ein. Mit Jürgen Noltensmeier, Cenk Bekdemir, Mariola Brillowska, Oliver Windgassen, Thorsten Passfeld, Alexander Posch und Michael Weins.

Von links: Thorsten Passfeld (halb), Michael Weins (Liv Ullmann), Mariola Brillowska, Jürgen Noltensmeier, Gäste.

Thorsten Passfeld (Liv Ullmann)

Alexander Posch (Liv Ullmann)

Jacques Palminger (Mitte, als Gast): Liv Ullmann

Michael Weins, Mariola Brillowska, Alexander Posch (als Liv Ullmann)

 

1996 -1998: Laola Club

Im Jahr 1996 gründeten Alexander Posch und Michael Weins den zunächst zweiwöchentlichen, später monatlichen Literatur-Event „LAOLA club – Bands und Literatur“, das erste Stammlokal  der jungen Hamburger Off-Szene in der Katholischen Hochschulgemeinde. Anfangs wurde alle zwei Wochen „Laolita“ mitgeliefert, „Magazin für passives Reiten“ (Nr. 1, 5/95), „Mitmachzeitschrift für junge Mütter“ (Nr. 2, 6/96), „Hauspostille des Instituts für Welterotik“ (Nr. 3, 6/96), „Bedienungsanleitung fürs Establishment“ (Nr. 4, 7/96), „Für Bussi-Bären“ (Nr. 5, 7/96). Bis 1998 zog die Veranstaltungsreihe überwältigend viele Leute zu den Lesungen junger Autoren und Auftritten lokaler Bands (Konzept: immer ein Autor trifft auf eine Band, inklusive Schirm-Scham-Schablone-Moderation der beiden Laoloas.) Später hier auch zu sehen: Kampflesungen, z.B. Hamburger Schriftsteller Verein versus Alster Allstars.

Die Laolas: das allererste Foto, frisch dem Ei entschlüpft.

Im Laola Club: Alexander Posch afrikanisch (r.) und Michael Weins

Laola im Hafen

Zwei lustige Laolas